Was wirklich reingehört – Checkliste für Hund und Pferd, plus Tipps für saubere Doku

Kennst du das? Neuer Patient, erster Termin, und du kritzelst die halbe Vorgeschichte auf einen Zettel, den du drei Wochen später nicht mehr entziffern kannst. Der Anamnesebogen ist eigentlich dein wichtigstes Werkzeug – und trotzdem improvisieren die meisten hier.
Dabei entscheidet eine gute Anamnese über die halbe Behandlung. Sie zeigt dir, woher das Problem kommt, worauf du achten musst und was du auf keinen Fall übersehen darfst. Schauen wir uns an, was wirklich reingehört – für Hund und Pferd getrennt, weil sich die Fälle deutlich unterscheiden.
Warum der Anamnesebogen mehr ist als Pflicht
Ein sauberer Bogen macht drei Dinge für dich:
Er sorgt dafür, dass du nichts vergisst – gerade bei einem vollen Terminkalender rutscht sonst schnell eine wichtige Frage durch. Er schützt dich rechtlich, weil du im Zweifel belegen kannst, was du erhoben und empfohlen hast. Und er macht deine Behandlung nachvollziehbar – für dich beim Folgetermin, für Tierärztin oder Besitzer, wenn ihr zusammenarbeitet.
Kurz: Der Bogen ist kein Bürokram, sondern die Grundlage für gute Arbeit.
Die Basis: das gehört in jeden Anamnesebogen
Egal ob Hund oder Pferd – diese Blöcke bilden das Gerüst:
Stammdaten – Name, Rasse, Alter, Geschlecht, Gewicht, Kontaktdaten des Besitzers und der behandelnden Tierärztin.
Vorstellungsgrund – Warum bist du da? Was ist dem Besitzer aufgefallen, seit wann, wie hat es sich entwickelt?
Vorgeschichte – Frühere Erkrankungen, Operationen, Unfälle, Röntgen- oder OP-Berichte, aktuelle Medikamente und Diagnosen vom Tierarzt.
Haltung & Alltag – Wie lebt das Tier, wie viel Bewegung, welche Belastung? Hier steckt oft die eigentliche Ursache.
Aktueller Befund – Deine eigene Beobachtung: Gangbild, Muskulatur, Schmerzpunkte, Bewegungseinschränkungen.
Ziel & Plan – Was wollt ihr erreichen, welche Maßnahmen, welche Übungen für zu Hause?
Soweit das Fundament. Jetzt wird’s tierartspezifisch.
Anamnesebogen Hund: worauf es ankommt
Beim Hund dreht sich vieles um Alltag und Belastung. Frag gezielt nach:
- Bewegungsprofil: Wie viele Spaziergänge, wie lang, Ball spielen oder Agility? Ein Sporthund braucht andere Fragen als ein Couch-Senior.
- Auffälligkeiten im Alltag: Springt er noch ins Auto? Zögert er auf Treppen? Lahmt er nach dem Aufstehen oder nach Belastung?
- Rasse-typisches: HD-, ED- oder Patella-Vorbelastung, Bandscheibenthemen bei Dackel & Co., Kreuzbandrisse.
- Vorbehandlungen: Physio, Chiro, Unterwasserlaufband, Schmerzmittel – was lief schon?
Gerade bei Hunden lohnt sich ein kurzer Schmerz- und Bewegungs-Check als Skala, den du bei jedem Termin wiederholst. So siehst du den Fortschritt schwarz auf weiß – und der Besitzer auch.
Anamnesebogen Pferd: andere Baustelle
Beim Pferd kommen Themen dazu, die es beim Hund nicht gibt – vor allem rund um Reiten und Ausrüstung:
- Nutzung: Freizeit, Dressur, Springen, Distanz? Wie oft, wie intensiv, welches Niveau?
- Reiter & Ausrüstung: Passt der Sattel? Wann wurde er zuletzt kontrolliert? Trensen-/Gebiss-Themen, Hufbearbeitung, Beschlag?
- Auffälligkeiten unterm Sattel und an der Hand: Taktfehler, Widersetzlichkeit, Anlehnungsprobleme, Schweifschlagen, Sattelzwang.
- Haltung: Box, Offenstall, Weidegang? Untergrund, Bewegung, Herde?
- Fachleute im Boot: Hufschmied, Sattler, Zahnbehandlung, Tierärztin – ein Pferd ist selten ein Solo-Fall.
Beim Pferd ist die interdisziplinäre Vorgeschichte oft der Schlüssel: Ein wiederkehrendes Rückenthema löst sich nicht, wenn der Sattel weiter drückt.
Vom Zettel zur sauberen Doku
Eine gute Struktur auf Papier ist ein Anfang. Das Problem kommt danach: Zettel verschwinden, Handschrift ist unleserlich, und beim Folgetermin blätterst du durch einen Ordner, statt beim Tier zu sein.
Genau hier setzt TheraTap an. Deine Anamnese liegt digital in der Patientenakte – für Hund und Pferd mit den passenden Feldern, direkt am Handy oder Tablet, auch mobil beim Kunden im Stall oder Wohnzimmer. Befund, Verlauf und Fotos wandern in dieselbe Akte, und beim nächsten Termin hast du alles mit einem Tipp parat. Kein Zettelchaos, keine Doppelerfassung, mehr Zeit fürs Tier.
Die Anamnese ist der erste Schritt – dass sie danach nicht in einer Schublade verstaubt, der zweite.
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